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Artikel vom 05.05.2007

Sorgenkiez im Aufbruch

Teil 4 der MAZ-Serie: Mahlower Straße in Neukölln

In fast jedem größeren Ort Deutschlands findet man eine Berliner Straße. Und umgekehrt? Die hiesige Region ist immerhin 26-mal auf Straßenschildern der Hauptstadt vertreten. Die MAZ stellt in loser Folge diese Straßen genauer vor. Heute: die Mahlower Straße in Neukölln.

Neukölln Nord ist nicht erst seit den Ereignissen an der Rütli-Schule als Problemviertel in aller Munde. Der Ausländeranteil ist hoch, ebenso die Arbeitslosigkeit. Um eine Besserung zu erreichen, hat der Senat in Neukölln mehrere Quatiersmanagementgebiete (QM) eingerichtet. Sozialarbeiter und Stadtplaner versuchen dabei, die Bürger zum Mitmachen zu animieren.

Initiativen werden gegründet und unterstützt. Auch das Gebiet zwischen der zweitwichtigsten Neuköllner Straße, der Hermannstraße und dem Flughafen Tempelhof gehört zu den problematischen Quartieren. Wer über die Schillerpromenade schlendert, wird es kaum glauben können. Die Promenade ist wirklich eine. Ein breiter Mittelstreifen, begrünt mit Sitzbänken ausgestattet. In der Mitte die Genezarethkirche, der im Krieg zerstörte Turm wird nie wieder aufgebaut, der in Tempelhof landenden Flugzeuge wegen. Im Kirchenanbau das Café „Selig“, ein Treffpunkt aller Anwohner, unabhängig von der Konfession.

Man stößt auf Galerien, Künstlerkneipen, Kinderläden, Sportvereine. Eine lebendige, im Aufbruch befindliche Gegend. Am nördlichen Ende des Kiezes liegt die Mahlower Straße, kaum Geschäfte, am Anfang Mietskasernen aus der Zeit, als die Straße den Namen erhielt. Am 7. März 1894 wurden die Namensschilder enthüllt.

In der zweiten Hälfte der Straße Nachkriegsbebauung. Hier gab es auf Grund der Flughafennähe große Kriegsschäden.

In dem einzigen Gewerbehof haben sich Beschäftigungs- und Ausbildungsträger sowie Initiativen eingemietet. In einem ehemaligen Eckladen werden Nachhilfekurse für Schüler angeboten. Die Kneipen weisen auf die Anwohnerstruktur hin. Der typischen Berliner Eckkneipe „Mahlower Eck“ gegenüber, schenkt das „Café Istanbul“ Tee aus. „Mahlower“ heißt auch der kleine „Tante-Emma-Laden“ kurz vor der Hermannstraße.

Der Besitzer, Zuleyman Ygit, wohnt seit 29 Jahren in Berlin. In einigen Wochen wird er sein Geschäft erweitern und direkt an der Ecke zur Hermannstraße den „Mahlower-McKöfte“-Imbiss eröffnen. Die Handwerker sind schon fleißig am renovieren. Ygit hat den Straßennamen nicht mit Mahlow in Zusammenhang bringen können. Dabei war der aktive Freizeitfußballer schon da. Die „Mahlower“ heißt seine Freizeitligamannschaft. Was lag da näher als ein Freundschaftsspiel gegen einen Verein aus Mahlow. Über das Ergebnis schweigt sich der Geschäftsmann aus. „Kommen Sie wieder, wenn der Imbiss eröffnet ist“ - lädt Ygit zum Abschied ein.

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