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Artikel vom 04.07.2006

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Potsdam-Mittelmark

Denkmal steht im Vordergrund

21 Kirchen der Region öffnen in diesem Jahr ihre Türen

ANDREAS KOSKA

BELZIG Wer kennt ihn nicht, den Versuch, irgendwann und irgendwo eine kleine Dorfkirche betreten zu wollen und schließlich vor verschlossenen Türen zu stehen. Nach und nach soll das der Vergangenheit angehören.

Zum sechsten Mal haben jetzt unter dem Motto „Offene Kirchen 2006“ viele Gotteshäuser in brandenburgischen Dörfern ihre Pforten geöffnet. Insgesamt gibt es mehr als 1700 Dorfkirchen in Brandenburg. Davon beteiligen sich rund 650 an der Aktion. Darunter auch einige wenige katholische Gotteshäuser.

Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der sich beteiligenden Kirchen zu. Die Aktion wird vom „Förderkreis Alte Kirchen“ veranstaltet, der sich hauptsächlich dem Erhalt der Kirchen verschrieben hat. Johanna Wanka, Brandenburgs Kulturministerin, unterstützt das Anliegen des Förderkreises, alte und gefährdete Kirchen zu sanieren.

Seit der Wende sind 17 Millionen Euro Bundes- und 60 Millionen Euro Landesmittel in die Sanierung der brandenburgischen Kirchen geflossen. „Das Kulturministerium wird sich weiter gemeinsam mit dem Förderkreis für den Erhalt unserer Dorfkirchen einsetzen“, betont die Kulturministerin.

Auch Kirchen im Fläming und der Region öffnen sich in diesem Jahr für neugierige und interessierte Besucher. Insgesamt sind 21 Gotteshäuser von Bardenitz bis Zixdorf dabei. Belzig und Treuenbrietzen sind gar mit jeweils zwei Kirchen vertreten. Brück wird man indes vergeblich suchen. Keine der Brücker Kirchen ist dort dabei. Auch in der Gemeinde Planebruch beteiligt sich keine Kirche an der Aktion. Pfarrer Jens Meiburg bemüht sich jedoch, im nächsten Jahr einige der Gotteshäuser rund um die Belziger Landschaftswiesen zu öffnen. „Falls wir interessierte Gemeindeglieder finden, die bereit sind, den Schlüsseldienst zu versehen, sind wir sofort dabei“, so der Geistliche. In diesem Jahr konnte nur in Golzow geöffnet werden.

Es gibt unterschiedliche Modelle, um die Kirchen zugänglich zu machen. Die Kirche in Golzow hat feste Öffnungszeiten. Wiesenburg und Niemegk bitten um rechtzeitige Anmeldung. Noch freundlicher für Besucher ist die Regelung in den Dörfern rund um Linthe, wo alle Kirchen mitmachen. Allerdings bedeutet das nicht, dass diese Kirchen durchgängig geöffnet haben. Die Besucher können allerdings jederzeit den Schlüssel erhalten. In Haseloff zum Beispiel bei Bernd Koltzenburg in der Hauptstraße; in Niederwerbig, dem unweit gelegenen Jeserig und in Linthe kann man am Aushang lesen, wo der Schlüssel deponiert ist.

Dem Pfarrer des Sprengels, Volker Kunick, ist die Begleitung der Besucher wichtig: „Eine durchgehend zugängliche Kirche wäre der Gefahr des Vandalismus und des Diebstahls ausgesetzt“, so Kunick. „Außerdem wird der Besucher durch die Begleitung fachkundig informiert.“

Durch die Öffnung der sechs von ihm betreuten Kirchen will er der Öffentlichkeit etwas zurückgeben. Zurückgeben als Dank für die Hilfen der Steuerzahler bei der Sanierung der Gebäude. Der zweite Grund für die Öffnung entspringt bei Kunick dem inneren Bewusstsein, „dass Kirche auch für die offen stehen muss, die nur das Denkmal sehen und nicht den Glauben in den Vordergrund stellen“. „Die Besucher kommen hauptsächlich aus Berlin. Der Star ist das Schlalacher Gebetshaus“, bemerkt der Pfarrer.

Neben dem „Förderkreis Alte Kirchen “ haben einige der Gotteshäuser in Brandenburg eigene Fördervereine, so zum Beispiel in Golzow und Meßdunk, wo sich Bürger für den Erhalt ihrer Kirchen engagieren. Im Altkreis Belzig gibt es bisher keinen solchen Förderverein.

Die Übersicht über alle 650 beteiligten Kirchen mit Erklärungen ist für 3,50 Euro mit dem Titel „Offene Kirchen 2006“ im Buchhandel und in Kirchen der Region erhältlich.

Folgende Kirchen aus der Region sind in diesem Jahr dabei: Bardenitz, Belzig (St. Briccius, St. Marien), Brachwitz, Deutsch Bork, Grabow, Grubo, Haseloff, Jeserig (Gemeinde Mühlenfließ), Linthe, Nichel, Niederwerbig, Niemegk (St. Johannis), Pechüle, Raben, Rietz (bei Treuenbrietzen.), Schlalach, Treuenbrietzen (St. Marien, St. Nikolai), Wiesenburg, Zixdorf.

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