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Artikel vom 02.03.2007

„Tuwas” tut was für die Brücker

Bürgerbündnis steckt voller Ideen

Die gestrige Aufführung des Filmes „Blue Eyed – Blauäugig“ soll nur der Anfang einer ganzen Reihe von Veranstaltungen sein, die die Aktiven des Brücker Bürgerbündnisses „Tuwas“ (Toleranz und Weltanschauung aus Solidarität) fortan organisieren wollen. Sie sind derzeit dabei, weitere Ideen zu entwickeln.

Beim Treffen der so genannten Steuerungsgruppe am Montagabend sind mögliche Projekte erörtert worden. Ein Erzählcafé – so die weitere Vorstellung – könnte den nächsten Grundstein einer Veranstaltungsreihe bilden. Verschiedenste Mitbürger sollen dort ungezwungen einfach ihre Geschichte erzählen können – Episoden von Ausgrenzung und fehlender Toleranz zum Beispiel. Auch Themen wie Homosexualität und Behinderung will man dabei nicht aussparen.

„Alle die hier leben, sollen sich auch wohlfühlen können“, lautet eine Richtlinie des Brücker Bündnisses. Dabei ist den Mitgliedern wichtig, die durchaus vorhandenen Trennlinien zwischen den alteingesessen und den zugezogenen Bewohnern der Kleinstadt zu beseitigen, egal ob es sich um „Wessis“, Aussiedler oder Nichtdeutsche handelt.

Das Bündnis will zudem auf die Brücker Oberschule zugehen, um ein Namensforschungsprojekt mit Schülern anzuregen. Sowohl Ortsnamen und deren Ursprung als auch Familiennamen und deren Herkunft könnten dabei analysiert werden.

Die Gruppe hofft, dass die Schüler dadurch merken, dass ihre Wurzeln nicht nur in Brandenburg zu finden sind. Als prägnantes Beispiel wurde der Name Fläming angeführt, der auf Siedler aus Flamen im heutigen Belgien zurückzuführen ist.

Die 1996 in Regie von Bertram Verhaag entstandene preisgekrönte Dokumentation „Blue Eyed – Blauäugig“ wurde gestern Abend im Sitzungssaal des Amtsgebäudes aufgeführt. Der Streifen beschäftigt sich mit den Ursachen von Vorurteilen, Ignoranz und Rassismus. In den Pausen war Gelegenheit, bei einem Glas Tee das Gesehene zu diskutieren. Der Tee wurde in einem original russischen Samowar bereitet. „Der Weg zu Integration kann eben viele Pfade haben“ meinte jemand aus der Runde.

Die Idee zu dem Bündnis war nach mehreren fremdenfeindlichen Anschlägen auf Kayihan Kutlu, den türkischen Betreiber der Imbisshalle in der Bahnhofstraße, entstanden. Auch wenn er sein Geschäft inzwischen aufgegeben hat, will die Aktionsgruppe an ihren Aktivitäten festhalten.

Dazu sind die Aktiven offen für weitere Mitstreiter, die mitdiskutieren, Veranstaltungen planen oder ihre Ideen einbringen wollen.

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