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Artikel vom 10.07.2007

Sommerfest im Wohnheim Friesdorf

Trommeln, reiten und spielen

Simone Masur blickte immer wieder gen Himmel. „Ich hoffe das Wetter hält“ – die Sorgen der Leiterin des Wohnheims Friesdorf sind nicht zu überhören. Zum inzwischen 17. Mal lud das Haus am Wochenende zum Sommerfest ein.

Mitten im Wald zwischen Wollin und Görzke, gegenüber der Straße nach Groß Briesen gelegen, wohnen dort 32 Menschen mit geistiger Behinderung. Viele haben zusätzlich eine körperliche Behinderung, sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Gebäude sind dementsprechend alle rollstuhlgerecht ausgebaut.

Wer die frühere Nutzung als Schulungszentrum der Staatssicherheit kennt, würde sich wundern, wie sich das Leben dort verändert hat. Wo früher Kasernenton herrschte, sind jetzt Zuwendung zu spüren und fröhliche Töne zu hören.

Diese offene Atmosphäre wird beim Sommerfest stets besonders deutlich. Mark Kofi Asamoah spielte nicht nur afrikanische Trommeln, sondern forderte alle zum Mitmachen auf. Die Musikgruppe „Gaudeamus“, deren Mitglieder im Wohnheim zu Hause sind, gab Oldies zum Besten. Als der Groß Briesener Reiterhof auf den Pferderücken bat und die Görzker Feuerwehr zum Dosenschießen mit der Kübelspritze aufforderte, gab es kein Halten.

Das Wohnheim Friesdorf wird von der Miteinander gGmbH betrieben. Zu ihr gehören im Fläming auch das Wohnheim in Benken, die Wohnstätte „Zur Post“ in Görzke und der Familienentlastende Dienst (FED) in Belzig.

Der FED ist ein wichtiger Baustein bei der Betreuung der 14 „nicht werkstattfähigen“ Bewohner des Friesdorfer Heimes. Deren Tagesstruktur muss im Wohnheim organisiert werden. Dies geschieht mit Unterstützung des FED’s.

Die meisten Bewohner arbeiten jedoch in den Werkstätten für Behinderte in der Umgebung. Viele in den Belziger Theodor-Fliedner-Werkstätten im Gewerbegebiet Seedoche, andere bei den Industriewerkstätten der Lebenshilfe in Brandenburg. Kein Wunder also, dass Simone Masur die Vertreter der Werkstätten und des nahe gelegenen Wohnheims in Dahlen besonders begrüßte.

Unterstützt wird die Leiterin bei ihrer Arbeit von fast 30 Mitarbeitern. Darunter sind auch Zivildienstleistende und Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Zudem haben die Angehörigen der Bewohner einen Förderverein gegründet, um in Zeiten knapper Kassen der Einrichtung hier und da unter die Arme greifen zu können.

Das gut besuchte Fest klang am Abend mit einem Konzert aus. Und schließlich hielt auch das Wetter.

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