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Artikel vom 22.04.2008

Rettungsübung: Nicht alle gleich gefunden

Großeinsatz der DLRG in Borkheide

„Sie haben mich dreimal nicht gefunden“, sagt Lisa Pankrath. Die Zehnjährige war am Sonnabend wie auch ihre beiden Freundinnen Nadja Liebing und Svenja Bärfuss zu Opfern eines schweren Autounfalls geworden. Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) leisteten erste Hilfe am Unfallort.

Zum Glück war alles im Rahmen einer Übung nur simuliert. Im Ernstfall hätte das Übersehen der kleinen Lisa, die unter Autositzen eingeklemmt war, ernste Folgen haben können. An der Großübung nahmen insgesamt fast 60 Mitglieder mehrerer Orts- und Kreisverbände der Rettungsgesellschaft teil. Die Übung im Naturbad Borkheide wurde von der „Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung (Rund)“ aus Berlin betreut. „Ziel der Übung ist es, unter realistischen Bedingungen praxisnahe Erfahrung zu sammeln“, sagt Tina Kretschmann von Rund. Weitere Szenarien waren ein Unfall auf einer Hüpfeburg mit Wirbelschaden, ein Fahrradunfall, ein Zwischenfall beim Osterfeuer mit starken Verbrennungen und ein Herzinfarkt.

Felina und Christian, 16 und 17 Jahre alt, stellten überzeugend zwei stark betrunkene Jugendliche dar. Sie zogen pöbelnd durch die Gegend und verletzten zwei Kinder. Die Erstversorgung der verletzten Jungs, Alexander Pilz und Malte Holtmann, war vorbildlich. Viel mehr Mühe hatten die Helfer mit den Betrunkenen, hier war eine deutliche Ansprache notwendig.

Gabriele Drescher ist im Wald gestürzt, dabei hat sich ein größeres Aststück in ihren Unterarm gebohrt. Auch sie war mit der Erstversorgung zufrieden und wartete auf den Transport ins Krankenhaus. Silvia Schubbert beobachtete die Arbeit der Helfer, wertete mit den Teams die Arbeit aus und kritisierte.

Über den Ablauf der inzwischen dritten Großübung zeigte sich René Crivellaro, der für die Leitung und den Organisationsablauf verantwortlich war, zufrieden. „So können unsere jungen Mitglieder an die Wirklichkeit zumindest herangeführt werden“. Besonderes Lob spendete der Fraktionsvorsitzende der SPD im Brandenburgischen Landtag: „Die Stimmung ist toll, die Ausbilder sind bei der Sache und die Helfer motiviert, durch solche Übungen können viele ernsthafte Verletzungsfolgen zumindest gemindert werden“, sagte Günter Baaske. Wenn am 10. Mai die Saison im Naturbad beginnt, scheint die DLRG gerüstet zu sein.

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