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Artikel vom 07.05.2008

Arbeitsmarkt: Chance für Arbeitslose und Betriebe

Projekt „Jobperspektive“ fördert Beschäftigung von Personen mit Einstellungshemmnissen

Daniel Wasilewski lässt sich nicht stören. Gemeinsam mit Saskia Hoffmann ist er dabei, Kiefersetzlinge in den Waldboden zu pflanzen. Seit dem 1. April ist der 18 Jahre junge Mann im Waldpflegebetrieb von Paul Henkel aus Treuenbrietzen beschäftigt. Es ist sein erster Job, der längerfristig Bestand haben wird.

Daniel hat die Förderschule in Beelitz besucht, danach war er arbeitslos, und so eigentlich ohne eine Chance auf einen Ausbildungsplatz oder eine dauerhafte Tätigkeit. Jetzt kann er wieder lächeln, er darf arbeiten und das mindestens die nächsten beiden Jahre lang.

Ermöglicht wurde dies durch ein neues Programm der Bundesagentur für Arbeit. Danach werden individuelle Zuschüsse von bis zu 75 Prozent an einen Arbeitgeber gezahlt, wenn dieser für Personen mit besonderen Einstellungshemmnissen einen regulären Arbeitsplatz schafft. Hier war es der Fall. Paul Henkel hat zwar zwölf Mitarbeiter, „aber es fehlten immer wieder zuverlässige Kräfte“, erzählt er.

Die Mutter von Daniel fragte bei Henkel nach, ob er nicht eine Arbeit für ihren Sohn hätte. Henkel wollte zunächst prüfen, ob der junge Mann auch den Anforderungen gewachsen ist und schlug ein vierwöchiges Praktikum vor. „Ich war sofort angetan, er war immer pünktlich, hat keinen Tag gefehlt, im Gelände sah er nach kurzer Zeit, was zu tun ist, und hat die Anweisungen problemlos und schnell umsetzen können“, erzählt der Chef. Da Daniel Wasilewski von der Belziger Geschäftsstelle betreut wurde, kam es zu ersten Kontakten zwischen dem Unternehmer und der Märkischen Arbeitsgemeinschaft zur Integration in Arbeit (Maia). Die neuen Förderkriterien trafen auf Daniel zu.

Jetzt konnte die Maia im Rahmen des Förderprojektes den Abschluss des ersten Arbeitsvertrages in Potsdam-Mittelmark vermelden. „Wir sehen unsere Arbeit als ein Engagement für Menschen die es schwer haben“, sagt Bernd Schade, Geschäftsführer der Maia. Aus dem Programm „Jobperspektive“ stehen 1,5 Millionen Euro für den Kreis zur Verfügung. Damit können bis zu 65 Personen gefördert werden. „Es liegen weitere Anfragen vor, wir prüfen diese, und machen die Zusagen vom Einzellfall abhängig“, so Schade. Allerdings sollten sich interessierte Unternehmer bald melden. „Denn wenn der Topf ausgeschöpft ist, sind weitere Förderungen nicht mehr möglich.

Daniel Wasilewski ist zufrieden: Die Arbeit an der frischen Luft macht mir viel Spaß, ich freue mich schon auf den Lehrgang für den Motorsägenschein, dann wird mein Arbeitsgebiet auch größer“, sagt er. Der junge Mann hat keine Angst vor kälteren Jahreszeiten und wird darin von Saskia Hoffmann bestärkt: „Es ist eine Frage der Kleidung, ausziehen kann man sie immer, Hauptsache warm“, weiß die junge Frau aus ersten Erfahrungen. Sie arbeitet seit März im Betrieb und wurde ebenfalls von der Maia vermittelt, damals allerdings noch ohne die neue Förderung. Der Chef des seit 1983 bestehenden Waldpflegebetriebes ist frohen Mutes, dass das Arbeitsverhältnis Bestand haben wird. Viel mehr Sorgen macht ihm der Vandalismus. Gerade wurde ihm eine Maschine für 30 000 Euro sinnlos zerstört.

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