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Artikel vom 23.06.2008

Förderung: Alte Scheune wurde zur Wohnburg verwandelt

Reiterhof in Groß Briesen investiert mit Zuschuss der Europäischen Union

Es scheint so, dass das Reiten Familie Wieben beflügelt hat. Mit sechs Pferden wagten die Eheleute vor zwölf Jahren den Weg in die Selbstständigkeit. Heute sind auf ihrem Hof in Groß Briesen 130 Pferde zu Hause. Dazu kommen als „Hygienefaktor“, wie Klaus Wieben sagt, 40 Kühe zur Weidepflege.

Am Freitag wurde ein weiteres Vorhaben eingeweiht. Die ehemalige Scheune auf dem Vierseithof wurde zur Gästeburg mit neun Zimmern ausgebaut. „Jetzt können drei Schulklassen gleichzeitig beherbergt werden“, sagt Klaus Wieben. Seine Frau, Sabine Opitz-Wieben, ist die Chefin. In der Scheune entstanden Mehrbettzimmer mit Bad und Fußbodenheizung. Den Blickfang bildet das zinnenbewehrte Treppenhaus, das einem Burgturm nachempfunden wurde.

Die Idee für den Umbau stammt von der Tochter des Hauses, die bei einem Ausflug einen Schlossturm sah und sich Ähnliches wünschte. Fast 500 000 Euro hat der Umbau gekostet. Hauptsächlich Firmen aus dem Fläming haben ihn realisiert.

Für das kostenintensive Vorhaben konnten die Bauherren auf einen Zuschuss in Höhe von 135 000 Euro aus dem europäischen Förderprogramm Leader-Plus zurückgreifen.

Der Präsident des brandenburgischen Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Raumordnung in Brieselang, Dirk Ilgenstein, zeigte sich bei der Eröffnung von dem Erreichten beeindruckt. „Der Reiterhof ist ein Musterbeispiel für erfolgreiche ländliche Entwicklung“ lobte er. „Hier wird eine Wertschöpfung durch die Besinnung auf die eigenen Potenziale wie Landschaft, Natur und Kultur erzielt.“

16 Mitarbeiter sind auf dem Hof fest angestellt, im Sommer kommen noch neun Saisonkräfte hinzu. Bis zu 100 Mahlzeiten werden an den Wochenenden täglich serviert. Die Angebote des Reiterhofes richten sich an Erwachsene und Kinder. Zudedm ist therapeutisches Reiten im Programm. Zwei der neuen Zimmer sind rollstuhlgerecht ausgebaut.

Während der Einweihungsfeier rüsteten Schüler der „Freien Montessori-Schule“ Berlin-Köpenick zum Aufbruch. Die 24 Kinder haben eine Woche auf dem Reiterhof verlebt. Zum Programm gehörten Reiten und Pferdepflege. Die Lehrerin Christine Mlynski lobte das Personal und erzählt, dass die Kinder die neuen Zimmer „super luxuriös fanden, mit Fußbodenheizung“. Vielleicht gibt es dann weitere Veränderungen. Die Betreiber schmieden bereits weitere Pläne und würden gern eine Reithalle, eine Töltbahn für die Islandpferde und weitere Unterkünfte für Erwachsene errichten. Allerdings gibt es Probleme mit dem Flächennutzungsplan der Stadt Belzig. Wieben hofft auf Änderungen und die Unterstützung der Stadt Belzig.

Diese hat die amtierende Bürgermeisterin Hannelore Klabunde zugesagt. „Wenn es in der Macht der Stadt liegt, unterstützen wir den Reiterhof“, sagte sie zur Einweihung des Hofes, den sie „zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal“ besucht habe.

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