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Artikel vom 11.08.2008

Verkehr: Freiwillig Tempo 30

Gemeinde Borkwalde prüft bauliche Veränderungen vor Kindergarten

Der Frust saß tief als die Vorsitzende des Ausschusses „Einrichtung Tempo 30 auf der Lehniner Straße in Richtung Kindertagesstätte“, Kerstin Renner-Bingert, den Abschlussbericht vorlegte. Wieder hat das kreisliche Straßenverkehrsamt Werder/Havel den Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung abgelehnt. Es war der dritte Versuch, diesmal von einem Sonderausschuss forciert.

Die Lehniner Straße ist eine Nebenstraße, eine der wenigen asphaltierten Strecken in der Waldgemeinde. Zwischen dem so genannten Kreisverkehr und der Tagesstätte wird der Weg gern genutzt, schont er doch die Stoßdämpfer. Am Ende der Lehniner Straße befindet sich eine gut besuchte Gärtnerei. Man traf sich ab Februar mehrfach mit der Polizei vor Ort. Drei Monate in Folge wurde das Tempo kontrolliert, aber keinen Verstoß festgestellt.

„Wir halten 50 Stundenkilometer vor einem Kindergarten für zu schnell“, sagt Renner-Bingert. Diese Meinung vertritt auch Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD), fordert aber flankierende Maßnahmen. Gerd Lange, Referatsleiter Straßenverkehr beim Infrastrukturministerium findet, dass allein die Forderung nach Beschränkungen zu wenig sei. Er empfiehlt weitere Mosaiksteine zur Verkehrssicherheit. Allerdings betont er, dass das Ministerium keine anordnende Behörde ist und nur eine rechtliche Würdigung von Entscheidungen vornimmt. „Im Falle Borkwalde hat das Kreisverkehrsamt formal richtig entschieden“, sagt Lange, der auch Vorsitzender der Landesunfallkommission ist. Die Entscheidung fiel nach Anhörung der Polizei, die Aufgrund der Messergebnisse und des geringen Fahrzeugverkehrs Tempo 30 ablehnt.

Jetzt hat die Gemeindevertretung beschlossen, in der Umgebung der Kita bauliche Veränderungen prüfen und Schilder „Freiwillig 30 – wegen uns“ anbringen zu lassen. Erwogen werden die Errichtung von Barrieren zwischen Kitaeingang und Fahrbahn, sowie die Verlegung von Parkplätzen.

„Wir wollen aber auf jeden Fall auch wissen, wie groß die Kostendifferenz zwischen der jetzt beschlossenen Planung und der einfachen Ausschilderung ist“, sagt Bürgermeister Marco Wilde. Aufgegeben hat die Gemeindevertretung ihr Ansinnen nicht. Sie hofft, durch öffentlichen Druck und Elternproteste doch noch zum Ziel zu kommen.

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