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Artikel vom 12.08.2008

Landleben: Trecker, Schlepper, Bauernhilfe

Ragösen ludt zum 3. Traktorentreffen mit Rekordbeteiligung

„Es sind noch mehr Teilnehmer als vor zwei Jahren, dabei haben wir kaum Werbung gemacht“, sagt Karsten Schulze. Dem Chef der Schlepperfreunde Ragösen merkt man die Freude über die große Resonanz an. Fast 60 Traktoren reihten sich bei der inzwischen dritten Schlepperparade am Sonnabend zur Rundfahrt durch den Ort ein. Darunter Schmuckstücke wie Lanz Bulldog, Deutz und Stock. Aber auch Primus, Ursus, Fahr, Fendt oder McCormick und ein Porsche sind dabei. Die meisten sind auch heute noch in den Gärten, Wäldern und auf den Äckern der Teilnehmer im Einsatz. Eine Ausnahme bildet der „Sultan“, ein 22er Deutz, Baujahr 1939. Er ist nur noch Oldtimer. Früher beim Kohlentransport und in der Landwirtschaft eingesetzt, ist er jetzt das Schmuckstück der Familie Bürger. Michael hat die Liebe zum landwirtschaftlichen Gerät von Opa und Vater geerbt. In der Freizeit schraubt er an den familieneigenen Traktoren. Weitere, auch neueren Datums, befinden sich in der Sammlung. Nachdem die Parade durchs Dorf von den Zuschauern abgenommen worden ist, stellen sich die Fahrzeuge auf dem ehemaligen LPG-Gelände für eine Detailbetrachtung auf. Auch viele junge Bastler finden sich unter den Ausstellern. Silvio Baumann und sein Cousin Philipp gehören zu diesen Enthusiasten. Sie zeigen zwei Belarus, MTS 52, Baujahr 1975. Als dritten Trecker haben sie einen Deutz dabei. „An dem haben wir noch bis gestern geschweißt und lackiert, damit er für die Parade fertig wird“, erzählt Silvio. „Der Motor muss gut laufen, ergänzt Philipp. Beide haben, zur Freude der Besucher, ausführliche Beschreibungen ihrer Fahrzeuge, Geschichte und Typ an den Motorhauben angebracht.

Der Golzower Kfz-Meister Uwe Paul sitzt indes hinter dem Steuer eines Eigenbaus. Zusammen mit seinem Vater Martin hat er das Fahrzeug 1975 gebaut. „Auch heute fahren wir mit ihm noch mindesten zweimal im Jahr zum Pflügen raus“, erzählt er nicht ohne Stolz. Die Traktoren sind für die meisten Teilnehmer Gebrauchsgegenstände, die man braucht, die man aber auch versucht, zu erhalten, zu pflegen und zu hegen. Dieter Schächter hat sich zwar über den Preis geärgert, aber trotzdem tief in die Tasche gegriffen, um ein Original-Logo für seinen Hanomag zu erwerben. „Hat 60 Euro gekostet, was soll dann so ein Trecker kosten?“.

Immerhin hat Frank Dingelstaedt aus Cammer für seinen Porsche-Junior weniger ausgegeben als Schächter für das Logo. „Gleich nach der Wende habe ich den für 50 D-Mark erworben, ein zweiter steht in der Scheune“, erzählt der Traktorfreund.

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