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Artikel vom 03.09.2008

Verkehr: Entlastung für den RE 7

Neuer Zug bindet auch Beelitz-Heilstätten besser an

Sieben Minuten vor Abfahrt ist am Belziger Bahnhof immer noch kein Fahrgast zu sehen. Einzig Klaus Sievert von der Deutschen Bahn und Heiko Miels vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sind schon da, um die Premiere mitzuerleben.

Am ersten Schultag startete die Deutsche Bahn ihren Ausflugszug „Stettiner Haff“ in Belzig. „Die Verbindung soll die überfüllte Linie RE 7 entlasten und Fahrgäste in Richtung Potsdam Hauptbahnhof das Pendeln erleichtern“, erklärt Miels. Lokführer Michael Cebulla kennt die Strecke noch aus der Zeit, als die Regionalbahn von Belzig bis Stralsund fuhr. Der Angermünder musste allerdings die Stationen noch einmal auffrischen – lang ist es her.

Kurz vor der Abfahrt sind doch noch neun Fahrgäste erschienen. Heiko Nazareck freut sich schon auf den früheren Feierabend. Jetzt kann er später losfahren und ist trotzdem früher am Arbeitsplatz in Potsdam. Uwe Pauly will zum Berliner Hauptbahnhof. Die geringe Zeitersparnis ist ihm zweitrangig, er freut sich viel mehr darüber, problemlos einen Sitzplatz zu bekommen. „Jetzt ist hoffentlich der Krieg um eine Sitzgelegenheit ausgestanden“, meint er.

Zumindest am Montag stimmt es. Fahrgast Marko Wilke ist mit sieben weiteren Bahnkunden in Borkheide zugestiegen. „Für mich entfällt das lästige Umsteigen auf die Straßenbahn“, freut sich der Jurist. Dabei spart er etwa 15 Minuten Fahrzeit und hat freie Platzwahl. In Baitz steigen zwei weitere Fahrgäste hinzu, in Brück weitere neun. Monika Beelitz und Sylvia Kestin staunen nicht schlecht über das Platzangebot. Die meisten der weichen, grünen Polstersitze sind frei. „Es hat sich wohl noch nicht rumgesprochen“, meint Beelitz. Sylvia Kestin bemängelt: „Die Fahrplanauskunft der Bahn hatte den Zug erst ab Sonnabend im Internet verzeichnet.“ Daran könnte es liegen, dass einige potenzielle „Stettiner Haff“-Fahrgäste vorsichtshalber die übliche Verbindung gewählt haben.

Die mitreisenden Bahn-Mitarbeiter erklären die verspätete Bekanntgabe des Fahrplans im Internet mit „internen Zeitabläufen“. Der genaue Fahrplan sei erst eine Woche vor dem Start klar gewesen, erläutert Sievers. Erstaunt nehmen die Bahn-Beobachter wahr, dass in Beelitz-Heilstätten nur ein einziger Fahrgast zusteigt – dort gibt es offensichtlich noch Informationsdefizite.

Die Bahn will zunächst prüfen, ob das neue Angebot angenommen wird. Falls kein Bedarf vorhanden sein sollte, wird der Zug wieder erst in Potsdam beginnen. Eine weitere Neuerung für die Nutzer aus Fläming und Potsdamer Umland ist beinahe unbemerkt geblieben: Der Zug verfügt über Fahrscheinautomaten. Wer eine Spritztour ins polnische Szczecin (Stettin) unternehmen will, sollte beachten, dass bis zum 26. September ab Tantow Schienenersatzverkehr mit Bussen besteht und keine Fahrräder mitgenommen werden können.

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