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Artikel vom 11.02.2008

Ein mehr als trauriger Anblick

Silvia Schubbert kämpft für Verschönerung des Bahnhofsgebäudes

Von Andreas Koska und Fred Hasselmann

„Dieser Anblick ist mir ein Dorn im Auge!“ Silvia Schubbert sagt das eher traurig als zornig. „Ich finde es unmöglich, dass wir Borkheider diesen unhaltbaren Zustand zulassen“, fügt sie hinzu. Gemeint ist der hässliche Anblick, den der 1900 erbaute Bahnhof Borkheide – einst Visitenkarte der Waldgemeinde – derzeit Einheimischen und Gästen bietet. Einst gehörte das Gebäude zu den ersten Bauten im Ort überhaupt, war ein echtes Schmuckstück mit Balkon, sauberer Fassade und einladendem Ambiente. In den 30er-Jahren zierte das Bahnhofsmotiv sogar eine Postkarte, die voll Stolz von den damals noch Borker Bürgern verschickt wurde. Mit dem Borker Bahnhof soll es eine besondere Bewandtnis gehabt haben. In einigen Schriften wird behauptet – so steht es in der Chronik –, dass die Käufer des umliegenden Jagdgebietes den Bau des Bahnhofs Bork zu finanzieren hatten.

Zwar existiert der Balkon schon lange nicht mehr – eine verirrte Lok war laut Chronik eingefahren und hatte ihn zerstört – doch hat der Bahnhof seinen optischen Tiefpunkt erst nach der Wende erreicht. Fensterscheiben sind mit Brettern vernagelt, Wände mit Graffiti beschmiert. Das Dach hat Löcher. Im Gegensatz zum Brücker Bahnhof befindet sich das Gebäude noch im Besitz der Deutschen Bahn AG. Diese hat keine Verwendung für das Gemäuer und will es veräußern.

Silvia Schubbert indes hat sich an den Sozialausschuss der Gemeindevertretung gewandt. Ihre vorgebrachten Verschönerungsvorschläge sollen nicht viel Geld kosten, betont sie. Aber dass dringend etwas getan werden muss, ist augenscheinlich. So will sie in einer Aktion die Umgebung vom Müll befreien, den maroden Zaun versetzen und vor allem wieder anstreichen. Die kaputten Fenster sollten nach ihrer Vorstellung mit Sperrholzplatten vernagelt und diese mit regionalen Motiven bemalt werden. Silvia Schubbert hat dafür ganz konkrete Vorstellungen. Ein Bild von Flugpionier Hans Grade, eines von einem Pilzsammler, ein Fahrradfahrer, dazu ein Wildschwein oder das Bild einer Katze. Alles typisch Borkheide. Zudem, so schlägt Silvia Schubbert vor, könnten Zaun und Erker mit Rankpflanzen begrünt werden.

Gemeindevertreterin Ina-Maria Dorbritz hat sie sofort für diese Ideen gewinnen können. Diese jedoch geht noch einen Schritt weiter. „Eine Verschönerung allein hilft nicht, das Gebäude müsste saniert werden. Die Initiative von Frau Schubbert kann aber der erste Schritt auf dem richtigen Weg sein.“ Silvia Schubbert hofft, dass man die Bahn für ihre Ideen gewinnen kann. „Der dann schönere Bahnhof würde einen würdigen Anblick für Einheimische und Touristen abgeben“, glaubt sie. Deshalb will sie nun auch andere Borkheider für die Mitarbeit gewinnen.

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