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Artikel vom 02.08.2008

Kirche: Pfarrer blickt über den Turm hinaus

Heinz Meixner betreut die Christen nunmehr in fünf sehr unterschiedliche Orten

Es sind unterschiedliche Gemeinden – gewachsene Dörfer wie Deutsch Bork, Alt Bork und Schlalach. Dort sind die Gotteshäuser wahrhaft Mittelpunkt des Ortes, die Türme sind von Weitem zu sehen und die Glocken zu hören. Die Kirche gehört zum Dorf, auch wenn lediglich noch ein Drittel zugehörig ist. Heinz Meixner kann aber auf Kontinuität setzen. Der gerade in den Ruhestand verabschiedete Pfarrer Volker Kunick war beinahe 40 Jahre vor Ort tätig. Die Fußstapfen, in die es zu treten gilt, sind groß. Meixner will weder kopieren noch das Rad neu erfinden, sondern die vorhandenen Strukturen aufrecht erhalten und nutzen.

Anders auf der anderen Seite der B 246: Die Kirche ist in Borkheide nicht einmal im Ortsplan vermerkt. Manch ein Trauergast verspätet sich, weil auch die Einheimischen den Weg dorthin nicht erklären können. Dort und in Borkwalde kommt ein weiteres Problem hinzu: Es gilt, die Neu- und Altanwohner zusammenzuführen. Der Pfarrer ist erfahren – auch darin. Er war über 20 Jahre lang in Saarmund tätig. Danach, als Pfarrer im Wartestand, arbeitete er am Informationstelefon der evangelischen Kirche in Berlin. Er ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Beelitz-Treuenbrietzen. Dass ihm die letztgenannte Arbeit Spaß macht, merkt man an dem von ihm verantworteten Kirchenkreisbrief „Blick über den Turm“. Damit versucht er, ein Kommunikationsorgan für den weiten Kirchenkreis zu schaffen.

Heinz Meixner selbst wohnt in Wilhelmshorst, dadurch sind ihm die Probleme der typischen Waldsiedlung vertraut. In Borkheide und Borkwalde hat er Kontakt zu den politisch Verantwortlichen gesucht. „Es muss immer Aktive geben, die andere vor Ort motivieren, sonst verliert die Kirche an Bedeutung“, sagt der Geistliche. Ob seiner pfarramtlichen Aufgaben tritt der Verantwortungsbereich Erwachsenenbildung zur Zeit etwas in den Hintergrund. „Im Augenblick wäre ich damit zeitlich überfordert“, sagt der Seelsorger. Wenige Jahre vor seinem Ruhestand ist die Begleitung der Gemeinden für ihn noch einmal eine neue Herausforderung. „Um die Vielfalt der Aufgaben leichter bewältigen zu können, wäre es zu wünschen, wenn in naher Zukunft diese Orte von einem Pfarrerehepaar geleitet würden“, so Heinz Meixner.

Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern hat klare Vorstellungen, was er nach der Pensionierung tun könnte. „Die Arbeit im Verein Be-Di-To würde ich dann gerne intensivieren“, sagt er. Die Abkürzung steht für Begegnung, Dialog, Toleranz. Der Verein bemüht sich um interreligiösen Dialog sowie um die Begegnung mit nicht-religiösen Menschen. Er hilft gerade der Islamischen Gemeinschaft in Potsdam bei der Raumsuche für eine Moschee. Heinz Meixner sieht seinen Schwerpunkt im Gespräch mit denen, die keiner Kirche angehören. „Auch hier ist Toleranz und Verständnis notwendig“, ist er sich sicher. Lesen ist sein Hobby, das ebenfalls noch zu kurz kommt und nachgeholt werden soll. Falls er selbst ein Buch schreibt, würde es um „Humor und Kirche“ gehen, denn die Fröhlichkeit wird seiner Ansicht nach sehr oft vernachlässigt, sagt Meixner.

Wenn er und seine Frau verkleidet hinter einer Drehorgel stehen, weiß man, welchen Spaß sie haben und verbreiten können. Vor sechs Jahren entschieden sich beide spontan zum Erwerb eines solchen Instrumentes. Hin und wieder kann man sie bei Kirchen- und Dorffesten erleben. Nächstes Mal wird das Ehepaar beim Erntedankfest in Deutsch Bork aufspielen. Es soll ein zentrales Fest für alle Glieder aus den Dörfern in der Perlenkette werden.

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