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Artikel vom 08.08.2008

Immobilien: Drei Interessenten für Borkheider Bahnhof

Bürgermeisterin könnte sich Fahrrad-Pension vorstellen

Die ersten Blumenkästen sind am Bahnhofsgebäude inzwischen angebracht. Doch könnte Silvia Schubberts Initiative zur Verschönerung des seit Monaten ungepflegten Bahnhofes in Borkheide bald nicht mehr nötig sein. Die Deutsche Bahn hat das Haus zum Verkauf ausgeschrieben. Anders als die Stationsgebäude in Brück und Golzow, die in einem großen Paket mit vielen anderen an einen Großinvestor veräußert wurden, wird der Bahnhof der Waldgemeinde als Einzelstück angeboten.

Wie von der Bahn verlautet, soll der Verkauf noch bis Jahresende über die Bühne gehen. Drei Interessenten stünden bereit, heißt es. Die Gemeinde hat schon abgewinkt. „Wir haben geprüft, ob in dem Bahnhof ein Bürgerzentrum entstehen könnte“, sagt Bürgermeisterin Angelika Schulz. „Allerdings wäre der Investitionsbedarf zu hoch“, um das marode Bauwerk nutzbar zu machen.“ Gegen einen Kauf sprach auch der Zuschnitt der Räume und die Tatsache, dass zum Beispiel Aufzüge hätten eingebaut werden müssen, damit das Haus öffentlich genutzt werden könnte.

Dennoch hat die Bürgermeisterin weitere Wünsche und Visionen für dieses Eingangstor ihrer Gemeinde. „Es wäre schön, wenn hier ein Fahrradhotel, vielleicht mit einer Fahrradwerkstatt, entstehen könnte“, sagt sie. Sie erhofft sich dadurch eine Attraktivitätssteigerung für den Europaradweg 1, der direkt am Bahnhofsgebäude vorbeiführt und auch für die Waldgemeinde. An anderen Radwegen, zum Beispiel entlang der Elbe, wird das „Bike and Ride“ genannte System gut angenommen. Dabei handelt es sich um Hotels und Pensionen, die auf Radfahrer, die oft nur eine Nacht bleiben, eingestellt sind und auch auf deren besondere Bedürfnisse eingehen. Es werden Abstellanlagen für die Drahtesel, kleine Werkstattbereiche zum selber basteln, manchmal auch eine Waschmaschine oder Wäschetrockner benötigt. Die „Alte Brücker Post“, ebenfalls am Europaradweg 1 gelegen, wirbt bereits mit dem anerkannten Bike-and-Ride-Logo um Gäste.

Ob die Wünsche der Bürgermeisterin sich erfüllen, wird erst klar, wenn der neue Besitzer bekannt ist und seine Vorstellungen darlegt. Auf jeden Fall müsste er für ein würdigeres Aussehen des 1905 erbauten Denkmals sorgen.

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