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Artikel vom 20.08.2008

Wahl: Staatssekretär kandidiert

In Borkwalde herrscht Andrang auf die Posten in der Kommunalpolitik

In der Waldgemeinde werden sich nach aktuellem Stand der Meldungen 38 Kandidaten um die zwölf zu vergebenen Mandate bewerben. Wegen der zunehmenden Einwohnerzahl dürfen die Borkwalder beim Urnengang am 28. September immerhin einen Abgeordneten mehr wählen, bisher waren es elf.

Dabei schicken die beiden freien Wählergemeinschaften die Mehrzahl der Bewerber ins Rennen. Die Gruppe „Wir in Borkwalde – WiB“ hat allein 16 Nominierungen vorgenommen. Die „Notgemeinschaft gegen Zwangserschließungen“ hat zehn Kandidaten benannt. Daneben nehmen sich die Nennungen der etablierten Parteien bescheiden aus. Die SPD hat fünf, Die Linke vier und Bündnis 90/Die Grünen drei Personen auf der Liste. CDU und FDP werden auf dem Stimmzettel gänzlich fehlen.

Den Sozialdemokraten ist immerhin eine Überraschung gelungen. Sie haben den Staatssekretär und Bevollmächtigten der Landesregierung Brandenburg für Europaangelegenheiten, Gerd Harms, an zweiter Stelle ihres Wahlvorschlags stehen. Wie Spitzenkandidatin Kerstin Renner-Bingert mitteilte, wird er im Fall der Wahl das Mandat tatsächlich annehmen. Er habe schon einige Ideen für seine Arbeit in der Gemeindevertretung.

Gerd Harms, 1953 in Wilhelmshaven geboren, war unter anderem schon Staatssekretär in Berlin und Brandenburg sowie Kultusminister in Sachsen-Anhalt. Der ehemalige Bündnisgrüne und jetzige SPD-Politiker stand bundesweit in der Diskussion, als er 2002 seine Wiedereinstellung bei der Landesregierung Brandenburg gefordert hatte. Als er 1998 nach Sachsen-Anhalt gewechselt war, ist ihm eine Rückkehrgarantie gegeben worden, die er dann auch wahrgenommen hat. Beinahe ein Jahr lang, konnte er bei vollen Bezügen zu Hause bleiben, da die brandenburgische Landesregierung keine Verwendung für ihn hatte. Noch davor hatte er mit der Bauverwaltung im Landratsamt Belzig um die Rechtmäßigkeit des Ausbaus seines Domizils vor Ort gestritten.

Bürgermeister der Waldgemeinde wollen zwei Kandidaten werden. Die drei Parteien verzichten auf eigene Bewerber. Das scheint dem bisherigen, populären Ortschef geschuldet. Marco Wilde, seit zehn Jahren im Amt, ist von der „WiB“ erwartungsgemäß nominiert worden. „Ich hoffe, dass ich das Vertrauen weiterhin erhalte“, sagt er.

Die „Notgemeinschaft“ schickt Christian Szerwinski ins Rennen. Er ist der Investor der Schwedenhaussiedlung, die dem Ort den Einwohnerzuwachs beschert hat. „Um die Einwohnerzahl und damit das Steueraufkommen zu verbessern, brauchen wir Unternehmergeist, jemanden der die wirtschaftliche Entwicklung voranbringt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Klaus Mohwinkel die Beweggründe für den Vorstoß und ergänzt: „Wenn es dem Investor gut geht, geht es der Kommune gut.“ Eine Interessenkollision zwischen dem Amt und der beruflichen Tätigkeit von Christian Szerwinski sieht er nicht.

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