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Artikel vom 29.08.2008

Verkehr: Taxifahrt soll teurer werden

Chauffeure fordern Tariferhöhung, um Spritpreise auszugleichen

„Wir sind am Existenzminimum, manche darunter“, sagt Taxiunternehmer Kurt Klemm aus Treuenbrietzen. Ihm und seinen Kollegen macht die allgemeine Kostenexplosion zu schaffen. „Nicht nur der Dieselpreis, auch die Versicherungen, Werkstätten, Gebühren – alles wird teurer“, klagt Klemm. Als Vorsitzender des „Verbandes der Potsdam-Mittelmärkischen Taxi- und Mietwagenunternehmer“ hat er jetzt eine moderate Tarifanpassung beim Landkreis beantragt. Der Verband vertritt zwei Drittel der Taxibetriebe in Potsdam-Mittelmark. Unterstützt wird er dabei vom „Taxiverband Berlin-Brandenburg“ (TVB).

Vorstandsmitglied Karl-Heinz Kirle, selbst Unternehmer und Aufsichtsratschef der Taxigenossenschaft Potsdam, sieht es ähnlich. „Taxifahrer müssen auch Butter kaufen und Miete zahlen“, meint er. Das es nicht allen Betrieben gelingt, sich über Wasser zu halten, zeigen die vom Bundeszentralverband Personenverkehr (BZP) veröffentlichten Zahlen. Demnach sind in Deutschland 50 000 Arbeitsplätze durch Insolvenzen im Taxigewerbe verloren gegangen.

Kurt Klemm kennt auch die Gründe „Wir sind in einem Teufelskreis, unsere Hauptkunden sind die Patienten, die Krankenkassen drehen aber an der Preisschraube nach unten, die Ölkonzerne nach oben“, gleichfalls beklagte er die fehlende Planungssicherheit: „Manche Krankenkasse kündigt kurzfristig die Verträge, dann versiegt eine Einnahmequelle.“

Der Antrag auf Tariferhöhung sieht eine Anhebung der Kilometerpreise um 25 Cent, sowie bei der Wartezeit um zehn Cent je Minute vor. Probleme sieht Klemm bei der Genehmigung des Zuschlags für bargeldlose Fahrten, in der Hauptsache bei Zahlung mit Kreditkarten. Hier wünscht er einen Zuschlag von einem Euro je Fahrt, ein Zuschlag der kostendeckend wäre, da in der Regel vier Prozent des Fahrpreises an den Scheckkartenbetreiber abgeführt werden müssen. Der von den Taxifahrern beim Landkreis eingereichte Antrag sieht ein Inkrafttreten der neuen Preise zum 31. Oktober vor. Dabei hoffen die Unternehmer auch hier auf eine Kostenersparnis. Nach jeder Änderung ist eine Eichung des Taxameters notwendig, so könnte man die Neueichung mit der Jahreseichung verbinden und dadurch eine Gebühr sparen. Wegen der Kommunalwahlen wird der Zeitplan nach Einschätzung von Branchenkennern nicht zu halten sein. Da der neue Kreistag die Tarife erst bestätigen muss, die erste Arbeitssitzung aber erst im Dezember stattfindet, werden die Taxitarife wohl frühestens Anfang 2009 angehoben.

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