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Artikel vom 23.06.2007

BERLIN

BVG und Technikmuseum

Teil 2 der MAZ-Serie: Die Trebbiner Straße in Kreuzberg

In fast jedem größeren Ort Deutschlands findet man eine Berliner Straße. Und umgekehrt? Die hiesige Re gion ist immerhin 26-mal auf Straßenschildern der Hauptstadt vertreten. Die MAZ stellt in loser Folge diese Straßen genauer vor. Heute: Die Trebbiner Straße in Kreuzberg.

Die Trebbiner Straße zählt jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher. Auf den ersten Blick in die nur 200 Meter lange Straße erschließt sich der Andrang nicht. Vom Tempelhofer Ufer her mündet die Straße als Sackgasse in das Gelände der U-Bahnwerkstätten der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG). Damit wäre eine Straßenseite beschrieben.

Metro mit Strom versorgt

Dass von hier aus auch der Zentralbereich Infrastruktur und Marketing der BVG tätig ist, dürfte nur wenige beeindrucken. Beeindruckender ist es schon, dass hier die Verkehrsgesellschaft im Jahr 1901 ihr Gleichstromkraftwerk errichtet hat, das über Jahrzehnte die Elektrizitätsversorgung der Berliner Metro sicherte.

Die andere Straßenseite gehört dem Deutschen Technik Museum. Die Geschichte eines der schönsten Museen Berlins begann als Verkehrsmuseum. Eine Auto-, Bahn- und Flugzeugsammlung bildete den Grundstock.

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Das Flugzeug macht schon von weitem auf das Technikmuseum in der Trebbiner
Straße aufmerksam. So werden auch die Fahrgäste der S-Bahn neugierig und zum
Besuch des Museums animiert.

Nach und nach kamen weitere Bestände hinzu. Das Museum wuchs und wächst unaufhörlich.

Die Messingschilder am Eingang weisen auf die Geschichte der Sammlungen in Berlin, die hier versammelt sind, hin: Verkehrsmuseum Berlin, Deutsche Luftfahrtsammlung, Museum für Meereskunde, Deutsches Arbeitsschutzmuseum, Technik und Baumuseum, Urania Gesellschaft liest man darauf. In dem alten Gebäude der Markt- und Kühlhallengesellschaft begann alles vor über 20 Jahren. Inzwischen sind einige Anbauten und ein Freigelände dazugekommen. Auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs sind ein Lokomotivschuppen und Bahnanlagen zu bewundern, dazu ein Pfad zur Mühlengeschichte mit einigen wieder aufgebauten Windmühlen.

Am beeindruckendsten ist sicher das über der Straße schwebende Flugzeug. Es scheint direkt hier landen zu wollen und weist auf die große Flugzeugsammlung hin. Im nebenan liegenden, zum Museum gehörendem „Spectrum“, können junge Forscher die physikalischen Gesetze in eigenen, selbstständig durchgeführten Experimenten überprüfen.

Kunst aus der Schrottpresse

Dass auch Humor zu einem Museum gehören kann, beweisen die an der Einfahrt stehen den Kunstwerke. Zwei direkt aus der Schrottpresse kommende, in handliche Pakete geformte Wracks.

Die Inschriften „Einfahrt nicht freigehalten?“ und „Falsch geparkt?“ warnen vor den Folgen falschen Verkehrsverhaltens. In der Eingangshalle des Museums holt Karl-Friedrich Heide gerade die Schlüssel zu seinen Werkstatträumen. Seit seiner Pensionierung vor 14 Jahren restauriert er ehrenamtlich Flugzeuge. Sein Spezialgebiet sind Maschinen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. „In Trebbin bin ich leider noch nie gewesen“, sagt er. „Die Stadt liegt südlich von Berlin“, weiß er.

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Das Straßenschild hat einen irritierenden Hinweis. Denn Trebbin ist
längst nicht mehr im Kreis Teltow zu finden.

Gleichzeitig mit der Benennung der Luckenwalder Straße wurde die Straße 15 des Bebauungsplans am 4. März 1863 nach Trebbin benannt.

Das Museum ist Dienstag bis Donnerstag von 9.30 bis 17.30 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wer mit Kindern kommt, kann einen Familienpass kaufen und damit das Eintrittsgeld verringern.

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Scherzhafte Kunst am Bau: zu einem Paket geformtes Autowrack.

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