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Artikel vom 16.06.2007

Ärger nach Gülle-Ausfuhr

Schutzzone am Dorfrand und Rücksicht auf Wetterlage nun vereinbart

Anfang März war für die Anrainer die Grenze des Zumutbaren überschritten. „An den Tagen der Gülleausbringung sind bei einigen Übelkeit, Brechreiz und Atemnot aufgetreten“, schrieb Irene Quade an das Ordnungsamt Brück. Ihr Beschwerdebrief wurde von 21 weiteren Bürgern unterzeichnet. Hintergrund: Die Haseloff-GbR hatte am 7. und 8. März auf den von ihr gepachteten Flächen rund um das Dorf Gülle ausgebracht.

In einer Einwohnerversammlung wurde nun versucht, die Wogen zu glätten und Lösungen für die Zukunft zu finden. Thomas Haseloff betonte, dass ihm der Dorffrieden wichtig ist. Er führe den entstandenen Gestank auf eine nicht eingetretene Wetterprognose zurück. „Wir achten darauf, dass die Gülle unmittelbar vor Regen ausgebracht wird, dann sind die Geruchsbelästigungen wesentlich geringer“, sagte Burckhardt Haseloff. „Aber der vorhergesagte Niederschlag ist ausgeblieben“. Beide Brüder betonten, dass ihnen die Ausbringung von 30 Kubikmeter Gülle je Hektar gestattet wäre, sie aber maximal 16 Kubikmeter ausbrächten. Vorwürfen, dass manche Stellen mehrfach gedüngt würden, widersprachen sie vehement. Dies sei überprüfbar, weil die Fahrzeuge mit GPS ausgestattet seien.

Unklarheiten gab es über die Rechtslage. Einerseits gilt die Düngeverordnung, die eine Gülleausbringung nicht nur zulässt, sondern als wünschenswert bezeichnet. Andererseits benennt die Ordnungsbehördliche Verordnung des Amtes Brück deutlich den Abstand zur Wohnbebauung. „Bei weniger als 100 Metern Abstand darf man keine Gülle ausbringen“, betonte Ordnungsamtschefin Marion Jahn. Die amtseigene Richtlinie war den Haseloffs nach eigenem Bekunden nicht bekannt. Thomas Haseloff versprach, einige direkt an den Häusern liegende Flächen stillzulegen und nach Möglichkeit auf die genauen Wettervorhersagen zu achten. Mit dieser Übereinkunft war zumindest die Ordnungsamtsleiterin zunächst zufrieden gestellt.

„Wir werden indes weiterhin organischen Dünger, von den eigenen Kühen stammend, ausbringen, denn wir wollen die Qualität der Böden langfristig erhalten“, betonte der Brücker Landwirt. Dass dies aus landwirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist, bestätigte Birgit Rettig vom Fachbereich Umwelt und Landwirtschaft im Landratsamt Belzig.

Kritik musste noch das Ordnungsamt Brück einstecken. Denn erst zwei Monate nach Eingang des Briefes der verärgerten Anwohner war die Gemeindevertretung Planebruch über den Vorfall informiert worden. Die Beschwerdeführer haben bis heute keine Eingangsbestätigung erhalten. „Wir hätten schon viel eher das Gespräch suchen und führen können“, stellte Ortsbürgermeister Frank Schumacher zum Abschluss fest.

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