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Artikel vom 15.10.2007

Drachen als Botschafter

Farben, Formen und Inhalte wurden am Himmel präsentiert

In einem sind sich alle Drachenbauer einig: Das Treffen in Locktow bildet alljährlich einen angenehmen Saisonabschluss.

Thilo Rüger ist schon zum fünften Mal hier. „Der Platz gibt viel her, es ist ein schönes Gelände, man trifft Bekannte und vor allem es ist nicht kommerziell“, sagt Rüger, vom S.T.A.R.-Drachenclub Elmshorn. Dies ist ein reines Familienunternehmen, die Buchstaben stehen für Silke, Thilo und Alexandra Rüger. Der Eindruck wird reihum bestätigt. Detlef Unger arbeitet im veranstaltenden Rixdorfer Drachenteam mit. Der 65-Jährige hat zwei auffällige Flugobjekte mitgebracht. Ein Drachen ist mit Zunftzeichen geschmückt. Den zweiten ziert eine politische Karikatur. Er kritisiert die überbordende Bürokratie, die das Handwerk knebelt. Der ehemalige Tischler weiß, wovon er spricht. Zum Drachenbau ist er vor 15 Jahren gekommen und lebt seitdem seine Kinderträume aus. Die Vielfalt der Formen und Farben auf dem Platz ist faszinierend. „Biene Maja“ erhebt sich ebenso in die Luft, wie ein 12 Quadratmeter großes, fallschirmähnliches Flugobjekt. Beim letzten werden Helfer aus dem Publikum gebeten beim Start mit anzufassen.

Das Locktower Drachenfest fand am Wochenende bereits zum 8. Mal statt. Jens Joachimi ist stolz darauf, dass die Veranstaltung für alle kostenfrei zu besuchen ist. Um dies zu gewährleisten versucht er Sponsoren zu finden und Vereine einzubinden. Der Jugendklub und die Freiwillige Feuerwehr Locktow sind selbstverständlich alljährlich dabei, der Fremdenverkehrsverein „Niemegker Land“ unterstützt bei den wenigen finanziellen Verpflichtungen. So muss zum Beispiel eine Versicherung abgeschlossen werden, die „Veranstaltungen mit nicht motorisierten Luftfahrzeugen“ absichert. Die Firma Tankreinigung Tietz aus Locktow spendete 100 Liter Diesel für die Stromgeneratoren. „Ohne diese Unterstützung könnten wir das Fest nicht durchführen“, sagt Joachimi. Es geht auf seine Initiative zurück. Die Idee kam ihm, als ein kleiner Junge mit einem selbst gebastelten, aber kaputten Drachen an seinem Fenster vorbeigegangen. Ein weiterer Zufall führte ihn mit Rainer Timm vom Rixdorfer Drachenteam zusammen.

Mit Frank Mikles, dem Locktower Flugplatzbetreiber, haben sie einen vom „Fliegen an sich“ begeisterten Partner gefunden. Der Zuspruch der Drachebauer und Besucher scheint ihnen Recht zu geben. Das Wetter spielte auch in diesem Jahr wieder mit. Die Sonne ließ sich blicken, nur der Wind hätte etwas stärker blasen können. Die ganz großen Drachen konnten leider nur selten aufsteigen.

Jens Joachimi bietet auch Projektunterricht „Drachenbau“ für Schulen und Kindergärten an. Sowohl in den Einrichtungen vor Ort als auch auf dem Locktower Flugplatz wird die Werkstatt gemeinsam mit dem „Drachenclub Hoher Fläming“ angeboten. Zahllose Familien mit Kindern, die auf dem Vorfeld ihre mitgebrachten Drachen steigen ließen, zeigen, dass das Interesse vorhanden sein sollte.

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