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Artikel vom 10.01.2008

Widerstand gegen Dauerbeschuss

Formiert Neue BI gegen Schießplatzlärm

Von Andreas Koska und Thomas Wachs

Das „1. Borkwalder Gremium gegen Dauerbeschuss“ hat Silvia Rosin-Rudolph kürzlich ins Leben gerufen. Seit März vergangenen Jahres will sie einen verstärkten Betrieb auf dem Truppenübungsplatz Lehnin/Brück wahrgenommen haben. Dessen Grenzen verlaufen unweit ihres Wohnorts im Wald.

„Fast rund um die Uhr und auch an Wochenenden gab es Schießübungen“, berichtet die Einwohnerin. Die Mutter von vier Kindern habe seitdem versucht, mit der Bundeswehr ins Gespräch zu kommen. „Die Mitarbeiter am Beschwerdetelefon waren überfordert, haben manchmal den Hörer aufgelegt oder einfach daneben gelegt. Es gab keine Kommunikation“, behauptet die Borkwalderin. „Das Fass zum Überlaufen gebracht“ haben für sie drei Detonationen am 19. November nach 21 Uhr. „Die Kinder wurden wieder einmal von dem Krach wach“, berichtet die verärgerte Mutter.

Da sie von einer Bürgerinitiative gehört hatte, „bin ich in die Sprechstunde des Bürgermeisters gegangen“. Dort erfuhr sie jedoch, dass diese Initiative nicht mehr existiert. Die ehemals Aktiven haben ebenfalls die verstärkte Lärmentwicklung vom Schießplatz moniert. Dabei war besonders auf den Lärm im Herbst 2006 und im Frühjahr 2007 Bezug genommen worden. Mehrere Bundestagsabgeordnete hatten versucht, zu vermitteln.

Die Bundeswehr ließ die Vorwürfe untersuchen und lud die Anlieger zu Informationsveranstaltungen ein. Unter anderem wurden eine Begehung des Schießplatzes sowie Messungen des Lärmpegels in angrenzenden Orten organisiert.

Jedoch habe sich seitdem wenig geändert, meinen die neuen Aktivisten. Das neu gegründete Gremium besteht vorerst aus fünf Personen. Noch im Januar soll ein nächstes Treffen stattfinden, zu dem alle Borkwalder eingeladen werden sollen. Als erste Aktion wurden schon jetzt Tulpenzwiebeln auf einem Platz in der Waldgemeinde gesetzt. Wenn die Blumen im Frühjahr erblühen, soll ein Foto der Anlage nach Holland geschickt werden, um auch ausländische Nutzer auf die Lärmproblematik in Borkwalde aufmerksam zu machen. Bekanntlich üben auf den Areal Militärs und sonstige Einheiten aus verschiedenen europäischen Ländern.

Als Nächstes wollen die Neubegründer der Bürgerinitiative ein Video zum Thema drehen und Kontakt zu den anderen Anliegergemeinden aufnehmen.

„Wir werden auch wieder versuchen Kontakt zur Politik herzustellen, denn so kann es mit dem Lärm nicht weitergehen“, sagt die Initiatorin, Silvia Rosin-Rudolph.

Info Kontakt zur Bürgerinitiative: Silvia Rosin-Rudolph Tel. 03 38 45/ 9 09 99 oder Eva Matis Tel. 03 38 45/ 7 01 01.

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